LitTipps


Ein Book-Review der etwas anderen Art


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"Die Bibel als Buch" (Kohlhammer), huch, was ist denn das für ein Titel? Haben Sie auch so eine Arbeitsbibel, verknickt, verschlissen, angestrichen, Zeichen meiner Glaubensentwicklung?  Oder die verschiedenen Ausgaben, mal kunstvoll, mal experimentell, meist aber ungebraucht? Und darf man eine Bibel wegschmeißen? Wieviele Bibeln stehen bei den Theolog*innen, welche sind in Gebrauch, welche Schmuck, welche Staubfänger? Sonja Beckmayer hat das alles und viel mehr untersucht - die Heilige Schrift als Gegenstand, auf so etwas hätte ich mal kommen sollen. +++ Wie selbstverständlich strukturieren Feste das Jahr: Weihnachten, Ostern, Lichtmess, Erntedank, Totensonntag. Der Zeit-Journalist und Pastor Wolfgang Thielmann lässt Menschen erzählen, wie sie feiern und was ihnen wichtig ist, prominente und unbekannte. Beim Lesen kann man auf manche neue Idee kommen, sich bestätigt sehen oder Veränderungen in den Traditionen in Angriff nehmen, einfach den Menschen zuhören, die hier erzählen, oder schlicht "Feste feiern" (neukirchener) +++

Die LitTipps wollen nicht nur über die neueste religionspädagogische Literatur informieren, vielmehr wollen die LitTipps die Lehrkräfte im Fach Religion, die Lust am Lesen haben, von ganz verschiedenen Seiten her inspirieren: Von der Fachliteratur bis zum Krimi, vom Hörbuch bis zum Computerspiel – einfach ohne Begrenzungen und gnadenlos subjektiv, auch nicht dem Götzen der Aktualität verpflichtet.

LitTipps ist ein Service von Dr. Volker Dettmar, Schulpfarrer der EKHN, Journalist und Autor, Vater dreier Kinder. Seine Leidenschaften: Computer, Kochen, Fotografieren, notorische Neugier, Himmel über dem Kopf und natürlich Lesen. Die LitTipps gibt es als eine ständige Rubrik in den RPI-Impulsen. Die Online-Version bietet gegenüber der Printausgabe den ein oder anderen Hinweis oder Link.

Archiv


Hier finden Sie LitTipps aus früheren Ausgaben der RPI-Impulse.

Aktuelle LitTipps



Andreas Eschbach
NSA

 


Lübbe

 

Was wäre, wenn … Hitler schon über die Computertechnologie unserer Zeit verfügt hätte? Ein literarischer Kunstgriff, der aber auch gewaltig in die Hose gehen kann. Tut er aber nicht. Eschbach führt in eine Zeit, in der die digitale Technik schon seit der Kaiserzeit eingesetzt wurde. Das Nationale Sicherheits-Amt (NSA) führt noch eine Randexistenz, überwacht die Elektrobriefe, kann jeden Kontostand abrufen, liest jede Diskussion im Deutschen Forum mit, ortet Telephone. Aber das Reichssicherheitshauptamt unter Himmler will prüfen, ob man das nicht selbst besser könne. Die Programmstrickerin Helene Bodenkamp muss ihm an ihrem Komputer vorführen, zu was das NSA in der Lage ist. Himmler will versteckte Juden aufspüren lassen und so verknüpft Helene geschickt verschiedene Tabellen. Wenige Minuten später wird eine gewisse Familie Frank in Amsterdam verhaftet.

Helenes Vorgesetzter Eugen Lettke verfolgt mit den Datenabfragen einen privaten Rachefeldzug. Er spürt alle Klassenkameradinnen aus seiner Schulzeit auf, die ihn gedemütigt haben. Helene ihrerseits versteckt auf einem Bauernhof einer Freundin einen Deserteur von der Ostfront, in den sie sich heimlich verliebt. Ihre Eltern wollen sie aber unter die Haube bringen, ausgerechnet mit einem hochrangigen Nazi namens Ludolf von Argensleben.

Eschbach gelingt es auf einzigartige Weise, technische Zusammenhänge und Möglichkeiten so zu erklären, dass sie einem wie selbstverständlich erscheinen - selbst wenn man von den digitalen Technologien überhaupt keine Ahnung hat.

Die erschreckende Seite an diesem Buch ist, dass man sich kaum ausmalen mag, was diese Technik in den Händen von despotischen Staaten anzurichten in der Lage ist. George Orwells „1984“ ist eine Kindergarten-Fantasie dagegen, betrachtet man sich z.B. die Entwicklungen in China. So macht man sich beim Lesen ständig Gedanken darüber, wie dieses Buch wohl ausgehen wird. 700 Seiten, die sich wie Butter lesen. Voll des Lobes ist auch der Bücherpapst der ARD Denis Scheck im Video

https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/druckfrisch/videos/andreas-eschbach-nsa-video-100.html

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Johan Hinrich Claussen
Das Buch der Flucht

Die Bibel in 40 Stationen


C.H. Beck

 

Ein Buch von Flüchtlingen für Flüchtlinge. Das klingt schräg. Noch schräger wird es, wenn man erkennt, worum es geht: die Bibel. Claussen, Kulturbeauftragter der EKD, packt einen hellen Scheinwerfer aus, beleuchtet 40 grundlegende Geschichten der Bibel und stellt dabei fest, dass diese Erzählungen nicht von Heimat, Sesshaftigkeit und Gewohnheit, sondern von Heimatverlust und Heimatsuche, von Vertreibung, Flucht, Nomadentum, Exil, Diaspora und Wanderung berichten: Die Vertreibung aus dem Paradies, der Auszug aus Ägypten, die Klageliedern der Juden im Exil, die Flucht Josefs mit Maria und Jesus nach Ägypten. Die Theologie des Paulus sieht der Autor als eine Geburt aus Heimatlosigkeit an. „Alles ist weg!“ das ist die existentielle Erfahrung der Jünger nach Jesu Tod. Claussen geht noch einen Schritt weiter. Er sieht in Vertreibung und Verlust der Heimat die Geburtsstunde des Monotheismus: der Glaube an zahlreiche lokale Gottheiten ist ein Glaube von Beheimateten, der Glaube an den einen Gott ist ein Glaube des Exils.

Erklärende Passagen wechseln sich mit Bibeltexten ab, die man wie zum ersten Mal liest, kopfschüttelnd, dass man das so noch nie gesehen hat. Die Einordnungen sind auf dem Stand der theologischen Wissenschaft, rund geschrieben und verständlich, dennoch pointiert und klar - wie eine neue Brille auf müde gewordenen Augen. Das Wichtigste aber: Diese Lesart der Bibel wirkt in die Gegenwart hinein. Alles weitere hier:

https://www.deutschlandfunk.de/die-bibel-als-buch-der-flucht-ueber-grenzen-hinausdenken.886.de.html?dram:article_id=433879

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Carsten Schmidt
Ausgekafkat

 


Drava

 

Die gescheiterte Geisteswissenschaftlerin Tabea Thuleweit schlägt den Literaturprofessor Gothial scheinbar ohne Grund mit einem dicken Buch nieder. Es hat sich ausgekafkat! Da der sich schwer verletzt, landet sie im Gefängnis. Nun werden die Geschichten dahinter aufgedröselt, am Anfang etwas unübersichtlich, zum Ende webt sich alles zu einem Bild: Tabeas Bruder erahnt als Arzt in Afghanistan die Sinnlosigkeit seines Tuns, ihr gescheiterter Vater taucht in Rückblenden auf - eine scheinbar unbeschwerte Kindheit in der DDR. Er hatte seine Tochter auf dem Sterbebett zum Germanistik-Studium verpflichtet. Aber auch im - mittelhessischen - Gefängnis gibt es Menschen, deren Lebensgeschichte verstehen hilft, warum es zu so einer Tat kommen kann. Die Bibliothekarin im Knast führt ein Doppelleben als Prostituierte, die Mitgefangene Billie wollte eigentlich ein politisches Zeichen setzen. Schlüsselszenen sind die Sitzungen bei der Gefängnispsychologin. „Wer braucht so einen Dreck wie mein Wissen?“ fragt sich Tabea. Haben alle auf falsche Ziele gesetzt?

Dieser Roman zeigt die Arroganz der akademischen Welt ebenso wie die ignorante Haltung vieler Nicht-Akademiker.

Carsten Schmidt hinterfragt kritisch, ob eine bestimmte Form von Bildung und Kultur heute noch lebensfähig ist. Seine Figuren verhandeln das miteinander, ohne darüber zu reden - Subtext sozusagen. Dabei wird er aber nicht klischeehaft, beschreibt seine oft kauzigen Protagonist*innen warmherzig und einzigartig. Dazu passt, dass das Buch doch schlussendlich ein versöhnliches Ende findet. Mehr hier:

https://www.feuilletonscout.com/ausgekafkat-der-debuetroman-von-carsten-schmidt-fuehrt-uns-in-die-denkwelt-der-geisteswissenschaftler/

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Volker Jung
Digital Mensch bleiben

 


claudius

Es gibt wahrlich genug kluge Menschen die Bücher über die digitalen Technologien, das Internet und seine Gefahren, die überhandnehmende Kommunikation, über künstliche Intelligenz und die Maschinen der Zukunft geschrieben haben. Warum muss da ein Kirchenmann, noch dazu einer, der sich als zwar aufgeschlossen interessiert, aber doch eben nicht als Spezialist bezeichnet, noch einen draufsetzen?

"Sei nicht böse!", so lautet das Motto von Google. Das schreit förmlich nach einem Theologen. Das Netz und die digitalen Technologien sind voll von Heilsversprechen. Yuval Noah Harari hat sie in seinem Buch „Homo Deus“ (siehe impulse 1/18) alle beschrieben und Volker Jung bezieht sich darauf: Die Menschheit ist dabei, wesentliche Fragen zu lösen und alte Sehnsüchte zu erfüllen: alle Menschen werden glücklich und der Tod wird besiegt. Die Menschen mutieren zu (den alten griechischen) Göttern und entwickeln übermenschliche Fähigkeiten. Lebewesen formen, Körper verändern, Wetter steuern, Gedanken lesen und aus der Ferne kommunizieren, der homo sapiens wird zum homo deus. Die neue Religion heißt "Dataismus", der Glaube daran ist, dass ALLES als Datenstrom beschrieben werden kann. Dem hält Jung die alten Texte entgegen: Der Mensch ist Geschöpf und nicht Schöpfer, er ist verführbar, weil ihm die Kraft verliehen wurde, die Welt zu gestalten, und Würde und Wert liegt gerade in seinen Grenzen und Begrenzungen.

Es ist ein nützliches Buch für alle Unterrichtenden, die erkennen, dass die digitale Welt in den RU gehört, weil ein kritischer Umgang mit digitalen Technologien zu lebenswertem Leben befähigt. Es ist eine lesbare Handreichung, die die gegenwärtige Diskussion zusammenfasst und einen theologischen Ansatz bietet, ohne euphorisch oder apokalyptisch zu reagieren.

Der Deutschlandfunk hat ein langes Interview gesendet, hier zu hören.

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Burkhard Hofmann
Und Gott schuf die Angst

Ein Psychogramm der arabischen Seele


Droemer

 

„Das Paradies liegt zu Füßen der Mutter.“ Dieser Satz aus der Überlieferung der Sprüche des Propheten Mohammed klingt zuerst wie eine Wertschätzung und Hommage. Erst auf den zweiten Blick eröffnet sich die Abgründigkeit, die in diesem Spruch liegt. In der arabisch-muslimischen Kultur wird die Mutter unendlich respektiert, verehrt und gefürchtet. Sie ist die Torwächterin des Paradieses: Sagt sie nein, ist der Zugang verwehrt.

Der Hamburger Psychotherapeut Hofmann hat in den arabischen Ländern am Persischen Golf gearbeitet und die fatalen Folgen solcher und anderer religiöser Interpretationen registriert. Diese Bindung an die Mutter ist für den Gläubigen nicht zu lösen, die Abhängigkeit kann ein ganzes Leben bestehen. Dabei ist doch ein realistisches Bild der Eltern eine Voraussetzung für ein angstfreies Leben.

In der gegenwärtigen Stimmungslage ist das Buch ein riskantes Unternehmen. Die drohenden Abgründe sind nah und steil: Die Lebensfeindlichkeit einer religiösen und kulturellen Tradition zu benennen, kann schnell Applaus aus der falschen Ecke ertönen lassen. Dem begegnet Hofmann mit präzisen Fallgeschichten. Z.B. die von Omar, der an einem depressiven Vermeidungsverhalten litt und sich der salafistischen Ideologie zuwandte. Ein auslösender Grund dafür sei der religiös-rigide Vater, der ihn in die Moschee einführte und ihm das Beten beibrachte. „Dabei sind aber die Augen nicht aufeinander gerichtet, sondern parallel ins Nichts auf Allah.“ Die Gottesvorstellung ersetzte die konkrete Erfahrung der Intimität zwischen Vater und Sohn.

Die Vielzahl solcher Lebensgeschichten und die einsichtige Beschreibung der psychischen Störungen machen dieses Buch zu einem hochinteressanten Diskussionsbeitrag zur arabisch-muslimischen Gestimmtheit, die einem auch in Schule und Seelsorge begegnet.

Eine differenziert-kritische Würdigung des Buches samt Interview-Video mit dem Autor findet man auf der ohnehin interessanten Seite qantara.de, einem Projekt der Deutschen Welle mit dem Ziel „Dialog mit der islamischen Welt“.

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José Saramago
Das Evangelium nach Jesus Christus

 


Atlantik

 

Zugegeben, kein neues Buch, nur neu herausgegeben. Zugegeben, kein einfaches Buch: Man braucht seine Zeit, um sich in die Sprache des Nobelpreisträgers einzulesen. Aber dann ist es wie in Trance, das Buch packt einem am Wickel und lässt nicht mehr los.

Wird im NT wenig erzählt von der Geschichte Jesu bis zu seinem öffentlichen Auftreten, so ist es im Buch umgekehrt. Saramago entfaltet Geburt, Kindheit und Jugend und bleibt am Ende eher zurückhaltend. Nach der Geburt steht Josef im Vordergrund: er ist der Vater von Jesus und prägt seinen Sohn. Saramago verweltlicht theologische Aussagen: So hat Josef keinen Traum, der ihn vor dem Kindermord in Bethlehem warnt, sondern er lauscht bei Soldaten. Das Ergebnis ist das gleiche. Er versteckt seine kleine Familie, flieht also nicht nach Ägypten. Aber das entscheidende ist, dass er Zeit seines Lebens darunter leidet, die anderen in Bethlehem in Verderben laufen zu lassen. Er hat fortan jede Nacht einen Albtraum, der ihn quält. Quasi als Buße dafür geht er in den Tod und wird als vermeintlicher Aufständischer von den Römern gekreuzigt. Und von diesem Tag an erbt Jesus seinen Traum und seine Schuhe.

Der Verkündigungsengel ist eine rätselvolle Gestalt. Als Hirte taucht er bei Maria auf, später, nach Josefs Tod, geht Jesus bei ihm in die Lehre. Er verrichtet keine Gebete, weiß alles über Jesus, scheint sowohl Fluch als auch Segen zu sein. Ganz biblisch ist die Gottesbegegnung in der Wüste. Gott verlangt von ihm das Opfer des geliebten Schafes.

Mit wunden Füßen von der Wüstenwanderung kommt er zum See Genezareth, wo er der selbstbewussten Prostituierten Maria aus Magdala begegnet, die ihm nicht nur die Füße pflegt. Sie verlieben sich, Maria gibt ihren Beruf auf. Jesus träumt nicht mehr den schrecklichen Traum, muss aber fortan mit der Prophezeiung Gottes leben und letztlich sterben.

Sehr spannend, was die Theologiestudierenden dazu zu sagen haben, Zeitgeschichte und Kritik des Buches durch die katholische Kirche findet sich in der deutsch-chilenischen Wochenzeitung.

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Stephan Hermsen
Woran wir glauben

 


Klartext

 

„14 Gespräche über die religiöse Vielfalt Nordrhein-Westfalens“, so lautet der Untertitel. Das ist an dieser Stelle aber nicht nur ein Gruß an die Enklave der Rheinischen Kirche um Wetzlar. Die hier beschriebene religiöse Landkarte erinnert stark an Hessen, an das multikulturelle Rhein-Main-Gebiet, an die ländlichen Teile, an katholische und evangelische Gegenden. Der Journalist Hermsen zeichnet die Landschaft des Glaubens anhand sehr persönlich geführter Interviews, Wohnzimmergespräche, bei denen man die Kaffeetasse klappern hört. Er besucht einen katholischen Bischof und den evangelischen Präses, lädt sich ein bei einem Schauspielintendanten, einem Bänker und einem Humanisten, klingelt bei einer Buddhistin und einem Religionssoziologen, ist zu Gast bei Muslimen, Bahai, Juden, Hindus.

Sehr feinfühlig hält er die Waage zwischen der Religion als solcher und dem je persönlichen Weg der interviewten Personen. Oder anders gesprochen: Es wird sehr deutlich, welches der vielen Zimmer im Lehrgebäude der jeweiligen Religion bewohnt wird und wie es ausgestattet ist. Einen nicht unwichtigen Beitrag dazu leisten die guten Fotos im Buch. Die Texte eignen sich also gut, um Schülern und Schülerinnen einerseits einen Blick auf die Religion als ganze zu eröffnen, gleichzeitig aber das Augenmerk auf die biografischen Besonderheiten zu richten. Nicht einfach, aber gelungen!

Ach, eines noch: der Pfarrer auf Schalke kommt auch vor.

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Bernd Beuscher, Melanie Grybel
Religion+Respekt "Moral"

Ein Bildungsmagazin aus christlicher Perspektive


aej

Als ich da Heft zum ersten Mal in die Hand nahm, wohlmeinend, denn ich kenne Beuschers Bücher, entfuhr mir ein "hä?". Was soll ich damit? 100 großzügige Seiten mit Collagen, kurzen Texten, verstörenden Bildern, Zitaten, Grafiken. Z.B. eine komplett weiße Seite, mitten drauf in kleiner Schrift "Gott". Soll ich damit in den Unterricht gehen? Ja, ich soll! Und das kann so gehen: Zuerst einmal muss ich manch gut funktionierende Unterrichtsreihe ("religionspädagogischer Güterverkehr") aus der Schultasche in den Schrank packen. Dann bin ich dran: grübeln über eine Seite, meckern ("Das funktioniert doch nicht!"), nochmal hinschauen ("Jedes Bild hat eine Offensichtlichkeit, die täuscht. Irritationen und Brüche sind wichtig."), Büsten von Kant ("Habe den Mut, dich deines Verstandes zu bedienen.") und Kierkegaard (existentielle Intelligenz) auf den Schreibtisch stellen, mit den Bildern und Zitaten aus dem Heft einen Spaziergang durch meine Schüler*innen machen (mit dem ganz normalen Wahnsinn fertig werden). Dann rein in den Unterricht und mit ihnen den Mehrwert profaner Phänomene entdecken, Auge und Ohr dafür haben, dass sich auch in Populärem etwas offenbaren kann, was nicht von dieser Welt ist. Riskanter Religionsunterricht halt.

Man mag damit die Komfortzone des Bekannten verlassen müssen, das heißt aber nicht, dass man das christliche Terrain hinter sich lässt, um ganz in der säkularen Lebenswelt aufzugehen. Ganz im Gegenteil: hier kann man die Gleichnisfähigkeit der Welt für das angebrochene neue Reich der Himmel entdecken und den christlichen Traditionsschatz. Und das im Unterricht. Geht doch!

Die Magazine aus der Reihe, von denen neben „Moral“ auch noch „Cybermobbing“ erschienen ist, sind zu beziehen über theofy.world@posteo.de

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